Ratgeber

Erzählen Sie etwas über sich – die Antwort nach einer Kündigung

Häufig kommt früh die offene Frage: „Erzählen Sie etwas über sich." Wer gerade eine Kündigung erhalten hat oder schon ohne Stelle ist, hört darin oft eine zweite Frage mit: Warum suchen Sie? Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie beides in einer Antwort von etwa zwei Minuten unterbringen – ruhig, ehrlich und mit dem Blick nach vorn.

Warum die Frage gestellt wird

Ihren Lebenslauf hat Ihr Gegenüber bereits gelesen. Die offene Frage prüft etwas anderes: ob Sie Ihre Laufbahn ordnen können, was Sie selbst für wichtig halten und wie Sie über sich sprechen. Die ersten zwei Minuten geben dem Gespräch die Richtung.

Der Aufbau: Heute – Weg – Ziel

  1. Heute. Wer Sie beruflich sind, in einem Satz: Fach, Erfahrung, Verantwortung.
  2. Der Weg. Zwei oder drei Stationen, die zu dieser Stelle führen – jede mit einem Ergebnis, das Sie belegen können.
  3. Das Ziel. Warum genau diese Stelle, mit Bezug auf das, was die Stellenanzeige beschreibt.

Halten Sie sich an etwa zwei Minuten. Was Ihr Gegenüber genauer wissen will, fragt es nach.

Die Kündigung: ein Satz an der richtigen Stelle

Wenn das Ende im Lebenslauf steht, sprechen Sie es selbst an.

  • Wo: am Ende des Wegs, direkt vor dem Ziel. Die Kündigung ist der Übergang, nicht der Anfang.
  • Wie: ein sachlicher Satz in der Vergangenheit. Bei einer betriebsbedingten Kündigung nennen Sie den organisatorischen Grund, etwa eine Verlagerung oder Umstrukturierung.
  • Danach: sofort nach vorn – was Sie jetzt suchen und warum diese Stelle passt.

Lassen Sie weg: Entschuldigungen, Kritik am früheren Arbeitgeber, Details zu Abfindung oder Verhandlungen. Und sagen Sie nur, was stimmt. Wenn nachgefragt wird, antworten Sie ehrlich und knapp.

Sagen Sie nicht „betriebsbedingt", wenn die Kündigung es nicht war. Endete die Stelle aus anderen Gründen, braucht es einen anderen, ebenso kurzen Satz – den deckt dieser Ratgeber nicht ab.

Was nicht in die Antwort gehört

  • der Lebenslauf von der Schule bis heute
  • Privates wie Familie, Politik oder Religion
  • die lange Geschichte der Umstrukturierung
  • ein „leider" vor jedem zweiten Satz

Ein Beispiel

Erfundenes Beispiel – passen Sie Aufbau und Inhalt an Ihre eigenen Fakten an.

„Ich bin Einkaufsleiterin mit über zwanzig Jahren Erfahrung im Maschinenbau und habe zuletzt ein Team von zwölf Personen geführt. Angefangen habe ich in der Disposition, danach habe ich bei einem Zulieferer den strategischen Einkauf aufgebaut. In meiner letzten Position habe ich nach den Lieferengpässen der vergangenen Jahre die Lieferantenbasis neu aufgestellt. Im Frühjahr hat das Unternehmen den Einkauf an den Konzernsitz verlagert, dabei ist meine Stelle entfallen. Jetzt suche ich eine Aufgabe, in der ich wieder die Verantwortung für die gesamte Lieferkette trage – das ist die Aufgabe in Ihrer Ausschreibung."

Das sind gut eine Minute Sprechzeit. Der Satz zur Kündigung ist einer von fünf.

So bereiten Sie Ihre Antwort vor

  1. Schreiben Sie Ihren Satz für „Heute".
  2. Wählen Sie zwei oder drei Stationen mit je einem Ergebnis.
  3. Formulieren Sie Ihren Satz zur Kündigung schriftlich – und sprechen Sie ihn laut, bis er ruhig klingt.
  4. Schreiben Sie einen Satz, warum diese Stelle. Grundlage ist die Stellenanzeige.
  5. Üben Sie die ganze Antwort laut, mit der Uhr.

Bewahren Sie die Stellenanzeige auf. Arbeitgeber nehmen Anzeigen oft vom Netz, bevor das Gespräch stattfindet – und Ihr Satz zum Ziel stützt sich auf genau diesen Text. Wenn Sie Ihre Bewerbungen mit NextJobTailor verwalten, wird der Text der Stellenanzeige mit der Bewerbung gespeichert; Sie können ihn jederzeit aufrufen und als Textdatei herunterladen.

Stellenanzeige sichern

Was nach der Kündigung sonst zu tun ist, steht im Ratgeber Kündigung erhalten – die ersten Schritte.

Häufige Fragen

Muss ich die Kündigung von mir aus ansprechen?

Nein. Wenn das Ende Ihrer Stelle aber aus dem Lebenslauf hervorgeht, ist es meist besser, es selbst in einem Satz einzuordnen, als auf die Nachfrage zu warten.

Wie lang sollte die Antwort sein?

Etwa zwei Minuten. Kürzer ist besser als länger – Ihr Gegenüber fragt nach, was es genauer wissen will.

Was sage ich, wenn ich noch in der Kündigungsfrist bin?

Dann gehört die Kündigung zu „Heute": Sie sind noch in Ihrer Position und suchen den nächsten Schritt. Der Aufbau bleibt gleich.

Gilt das auch für Gespräche auf Englisch?

Die drei Teile tragen auch bei „Tell me about yourself". Die Formulierungen lassen sich aber nicht Wort für Wort übertragen.

Stand: 6. Oktober 2026

Mehr für Ihre Suche: → Eigenbemühungen nachweisen